Trinkwasserversorgung Bujumbura, Burundi

Situation

Die WHO schätzt, dass rund 884 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, obwohl im Jahr 2010 die UNO Wasser zum Menschenrecht erklärt hat. Auch wenn die globale Lage durch große internationale Anstrengungen etwas verbessert werden konnte, wird das Problem durch das Bevölkerungswachstum in den ärmsten Regionen der Welt immer dramatischer.

Beinahe jeder sechste Mensch weltweit lebt in einem Elendsviertel ohne Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen oder ausreichendem Wohnraum mit der Folge von Armut und Krankheit.

Burundi ist ein Beispiel für ein Land, in dem die Trinkwassersituation alles andere als gut ist. Seriöse Studien der letzten Jahre haben ermittelt, dass weniger als 40% der ländlichen Bevölkerung und nur 27% der Schulkinder Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Krankheiten wie Cholera und Diarrhö sind infolge dessen sehr verbreitet. Hinzu kommt, dass oftmals langen Wege zu den Wasserstellen zurückgelegt werden müssen – Zeit, die vor allem jungen Mädchen in der Schule und beim Lernen fehlt.

Das Projekt konzentriert sich auf die zwei Dörfer Kagwema und Rukaramu nördlich von Burundis Hauptstadt Bujumbura. Diese Regionen sind in Hinblick auf die Trinkwasserverfügbarkeit zwei der bedürftigsten Gebiete des Landes.

Gemeinsam mit der Umweltorganisation Biraturaba in Burundi und den Wasserexperten von Pureflow aus Kenia, ermöglicht der Global Nature Fund (GNF) mit Hilfe von Sika rund 5.000 Menschen, insbesondere Kindern, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und führt Umweltbildungsmaßnahmen über den Umgang mit natürlichen Ressourcen und erneuerbaren Energien durch.

Grundwasserbohrungen

Die Grundwasserbohrungen werden von dem kenianischen Wasserexperte David Maina geleitet. An beiden Projektstandorten wird die Trinkwasserversorgung durch neue Bohrlöcher und den Zugang zu Grundwasser sichergestellt. Die Bohrungen wurden von einer spezialisierten, lokalen Firma namens ROBUCO durchgeführt. Um die Trinkwasser-qualität des geförderten Wassers sicherzustellen, wurden mit Hilfe des Wasserexperten Pureflow aus Kenia leicht zu wartende Trinkwasser-filtrationseinheiten, sogenannte Sky-Hydranten, installiert.

Solarpumpen

Wie viele Regionen in Afrika verfügen auch die Projektgebiete nur über eine sehr unzuverlässige Stromversorgung. Die Bohrlöcher wurden deshalb mit einer Solarpumpe ausgerüstet, die das Wasser netzunabhängig und ohne Verwendung umweltschädlicher Dieselgeneratoren bereitstellt.

An beiden Standorten wurde je ein Wasserkiosk - ein aus Ziegelsteinen erbautes Gebäude - errichtet, das dem Schutz der Wasserfilter und der technischen Geräte dient. Der Kiosk ist mit einem Wasserspeichertank und einer Wasserzapfstelle ausgestattet, an der das Trinkwasser gegen eine kleine Gebühr ausgegeben wird.

Umweltbildungs- und Ausbildungsmassnahmen

Im Rahmen des Projekts werden im Juni 2013 mehrere Informationsveranstaltungen zu Umweltbildung, Hygiene und Nachhaltigkeit durchgeführt. Gemeindevorsteher, Schulleiter und Lehrer werden in Workshops über den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie erneuerbaren Energien informiert. Zudem soll ein erhöhtes Bewusstsein für Wasser- und Hygieneprobleme erreicht werden.

Neben der Durchführung von Umweltbildungsmaßnahmen werden lokale Techniker ausgebildet, die die Wartung der Anlagen auch nach Projektende sicherstellen. Dieser Aspekt des Wissenstransfers ist ein wichtiger Teil des „Hilfe zur Selbsthilfe“-Ansatzes. Die Techniker erhalten während der Projektlaufzeit bzw. Schulungsphase eine Aufwandsentschädigung und werden nach Projektende durch die Einnahmen aus der Wasserabgabe finanziert. Für den reibungslosen Betrieb der Brunnen wurden vor Ort sogenannte Wasserkommittees, gebildet, die die Einnahmen verwalten und für Wartung, Reparatur und Ersatzteile nutzen.

Resonanz in der Gemeinschaft

Nach Aussagen des Projektleiters, Emmanuel Nshimirimana, steigt die Unterstützung durch die Bevölkerung mit dem erfolgreichen Voranschreiten des Projekts stetig. Die Nachricht über den Wasserfund führte in Kagwema sogar zu einem Menschenauflauf, als in kürzester Zeit Hunderte Menschen zum Wasserholen kamen. Dieser Zwischenfall zeigt, wie wichtig eine sichere Trinkwasserversorgung gerade in den ländlichen Regionen Burundis ist.