Risiken und Chancen

Risiken und Chancen

Falsch eingeschätzte Risiken können erhebliche Folgen für die Reputation und die Handlungsfähigkeit von Unternehmen haben und im schlimmsten Fall gar zur Insolvenz führen. Sika ist sich dessen bewusst und betreibt schon seit Jahren ein umfassendes Risikomanagement für den Konzern und für alle Tochtergesellschaften. Gefahren sollen frühzeitig erkannt und in strategische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Daraus können sich neue Chancen ergeben, sodass das Risikomanagement letztlich Mehrwert schaffen kann. Der Risikomanagementprozess umfasst vier Schritte: die Risikoidentifikation, die Risikobewertung, die Risikosteuerung und die Risikokontrolle.

Konzernleitung und Verwaltungsrat

Die Konzernleitung von Sika überprüft regelmässig die Prozesse, die dem Risikomanagement zugrunde liegen. Höchste Instanz für die Risikobeurteilung ist der Verwaltungsrat. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Risikosituation auf Konzernstufe jedes Jahr neu einzuschätzen. Dabei stehen jene strategischen und operativen Risiken im Vordergrund, die zu einer ernsthaften Gefährdung des gesamten Konzerns führen könnten. Sämtliche Risiken werden anhand einiger grundsätzlicher Fragen bewertet:

  • Handelt es sich um ein globales oder ein regionales Risiko?
  • Wie bedeutsam ist das Risiko für den Konzern?
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Schaden kommt?
  • Welche Massnahmen müssen ergriffen werden, um dem Risiko vorzubeugen oder dessen Folgen zu mindern?
  • Wird in der Gesamtbeurteilung ein Risiko als kritisch eingestuft, werden adäquate Massnahmen ergriffen.

Lieferanten und Rohstoffe

Die Materialkosten sind der grösste Kostenfaktor bei Sika. Ihnen wird bei der Risikobeurteilung deshalb besondere Beachtung geschenkt. Fast 70% der von
Sika in der Produktion verwendeten Materialien basieren auf Rohöl oder daraus
hergestellten Ausgangsmaterialien. Die jeweilige Angebots- und Nachfragesituation der Rohmaterialien sowie die Schwankungen des Ölpreises wirken sich jeweils auf die Einkaufspreise aus. Basischemikalien kauft Sika beim qualitativ besten und zuverlässigsten Lieferanten. Für die Rohstoffe, die für Speziallösungen gebraucht werden, sucht Sika wenn immer möglich mindestens zwei Lieferanten. Rohstoffe für einzigartige Technologien stellt das Unternehmen selbst her.

Produktion und Logistik

Das Risikomanagement im Bereich Produktion und Logistik umfasst die systematische jährliche Analyse möglicher operationeller Risiken, die zu Produktionsunterbrüchen oder anderen betrieblichen Störungen führen könnten, und die entsprechenden vorbeugenden Massnahmen. Zudem ist Sika gegen Produktionsausfälle versichert. Der praktische und organisatorische Umgang mit operationellen, aber auch mit sämtlichen weiteren Risiken ist in der Sika Risk Management Policy festgeschrieben. Diese Policy basiert auf den zwingend einzuhaltenden Standards des Bereichs Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. Risikoanalysen externer Spezialisten ergänzen die internen Untersuchungen.

Kunden und Märkte

Sika begrenzt die Risiken, die von den Märkten und den Kunden ausgehen, mit gezielter Diversifizierung. Zum einen ist in der vornehmlich lokal orientierten Bauindustrie die geografische Diversifizierung von grosser Bedeutung, da sich die entsprechende Konjunktur in den verschiedenen Weltregionen zum Teil gegenläufig entwickelt. Zum anderen wirkt sich die kundenseitige Diversifizierung – kein Kunde steht für mehr als 1.5% des Umsatzes von Sika – ebenfalls stabilisierend auf das Geschäft aus. Um konjunkturelle Schwankungen so weit wie möglich aufzufangen, ist Sika sowohl im Neubaugeschäft als auch im weniger konjunkturabhängigen Reparatur- und Unterhaltsgeschäft aktiv.

Finanzielle Risiken

Die Ziele des Finanzrisikomanagements sind eine optimale Kapitalbeschaffung und eine auf die Zahlungsverpflichtungen ausgerichtete Liquidität. Die Sicherung der Liquidität geschieht über drei langfristige Obligationenanleihen: zweimal CHF 250 Mio. mit Laufzeiten bis 2013 und 2016 und einmal CHF 300 Mio. mit einer Laufzeit bis 2014. Die Steuerung der Liquidität erfolgt mittels Cash Pooling. Für ausgewählte Aktivitäten im Bereich Treasury nimmt Sika zusätzlich Dienstleistungen eines Drittunternehmens in Anspruch. Zudem bewirtschaftet Sika das Nettoumlaufvermögen äusserst sorgfältig und sorgt mit einer an die jeweiligen Marktbedingungen angepassten Kostenstruktur für eine jederzeit ausreichende Geldschöpfung (Cash Generation).

Viel Wert legt Sika auf einen freien und kosteneffizienten Zugang zum Kapitalmarkt. In diesem Zusammenhang ist das Rating A-/stable (long-term) von Standard & Poor’s von Bedeutung.