Das Geschäftsjahr 2020 war von der COVID-19- Pandemie geprägt mit teilweise schweren Auswirkungen auf den Bau- und den Automotive- Sektor. Dennoch konnte Sika in einem schwierigen Umfeld Rekordresultate erzielen. Der Umsatz in Lokalwährungen wurde um 3.4% gesteigert. Dies entspricht einem leichten Umsatzrückgang in Schweizer Franken von -2.9% gegenüber dem Vorjahr aufgrund negativer Währungseffekte (CHF 7’877.5 Millionen). Der Betriebsgewinn (EBIT) konnte mit einem Zuwachs von 7.1% auf CHF 1’130.5 Millionen überproportional gesteigert werden – dies stellt ein neues Rekordresultat dar. Entspechend konnten auch beim Reingewinn mit CHF 825.1 Millionen, (+8.8% gegenüber Vorjahr) und beim Operativen Freien Geldfluss mit CHF 1’259.4 Millionen (+22.7% gegenüber Vorjahr) neue Bestmarken erzielt werden.

Corona-Pandemie und Massnahmen

In den meisten der 100 Länder, in denen Sika präsent ist, haben längere Lockdowns die Bautätigkeit teilweise eingeschränkt. Zudem mussten viele unserer Kunden der Automobilindustrie ihre Werke während mehrerer Wochen schliessen. Dank der starken Marktstellung und der schnellen und gezielten Implementierung von Massnahmen konnte Sika in diesem herausfordernden Marktumfeld dennoch sehr solide Resultate erwirtschaften.

Der Fokus der eingeleiteten Massnahmen lag auf drei Schwerpunkten. Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten galt es zu schützen, die operative Geschäftstätigkeit wurde auf einem hohen Niveau fortgeführt und der starke Kundenfokus beibehalten oder sogar noch ausgebaut. So hat Sika weltweit sehr früh überall die Social-Distancing-Regeln getragen, in der Produktion Masken und Schutzkleidung angewendet und strikte Reisebeschränkungen eingehalten. Schwerpunktmässig wurde wo immer möglich im Home Office gearbeitet und Meetings wurden virtuell abgehalten. Den engen Kontakt zu den Kunden konnte Sika sogar in der Krise noch weiter ausbauen. So wurden beispielsweise weltweit mehr als 150’000 Kunden in Online-Seminaren geschult.

 

Sika - Enabler von nachhaltigem Bauen und umweltfreundlicher Mobilität

Neben der Pandemie stellt der Klimawandel die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen. In ihrer Wachstumsstragegie hat sich Sika bis 2023 auf eine Reduktion des CO2-Ausstosses um 12% verpflichtet, spätestens bis 2050 wird Sika klimaneutral sein. Zwischenziel bis 2030 ist es, die Treibhausgasemissionen pro verkaufter Tonne gegenüber 2019 zu halbieren. Das wird erreicht, indem die Energieeffizienz der Produktion gesteigert und ein wachsender Teil der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen bezogen wird (Scope 1+2). Bereits im vergangenen Geschäftsjahr hat Sika das vorgegebene Ziel einer dreiprozentigen CO2-Reduktion pro Jahr klar übertroffen und konnte den CO2- Ausstoss um 26% reduzieren. Heute setzt Sika pro Tonne verkaufter Produkte noch 20 kg CO2 frei (Vorjahr: 27 kg).

Mit dem klaren Bekenntnis zur Nachhaltigkeit will Sika aber nicht nur den eigenen CO2-Ausstoss verringern, sondern auch ihre Kunden gezielt dabei unterstützen, mit innovativen Lösungen und Produkten deren CO2-Ausstoss massiv zu reduzieren. Sika ist mit ihren Technologien in vielerlei Hinsicht ein «Enabler», also ein Wegbereiter, und verfügt über das Know-how, um das Ziel der Klimaneutralität in der Bau- und Automobilindustrie zu erreichen. Sikas Zusatzmittel sorgen für emissionsarmes und ressourcenschonendes Bauen, Sikas Fassadensysteme für energieeffiziente Gebäude und Sikas Klebstoffe ermöglichen klimaschonende Fahrzeuge.

Marktanteile in allen Regionen ausgebaut

In einem durch diverse temporäre Lockdowns geprägten Umfeld konnte Sika in allen Regionen stärker wachsen als der Markt. Ausserdem konnte das Distributionsgeschäft in allen Regionen zulegen.

Die Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) erzielte im Jahr 2020 eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 4.4% (Vorjahr: 11.6%). Vor allem im vierten Quartal zeichnete sich eine starke Verbesserung in den Märkten ab. Von der grössten Erholung profitierten die Länder Südeuropas mit Italien, Spanien, Portugal und Frankreich sowie die Länder Osteuropas, Skandinaviens, des Nahen Ostens und Afrikas.

Die Region Americas erzielte ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 1.0% (Vorjahr: 19.2%). Trotz der hohen COVID- 19-Infektionsraten in Mexiko, Brasilien und den USA verzeichnete Sika für die Region Americas im vierten Quartal wieder einen Aufwärtstrend. Viele Grossstädte in Nordamerika sind zwar weiterhin von der Pandemie betroffen und Bauprojekte sind verlangsamt, in Lateinamerika hat sich jedoch die Situation deutlich verbessert.

Das Wachstum in der Region Asien/Pazifik belief sich auf 12.6% (Vorjahr: 35.1%). Vor allem China konnte in den letzten Monaten mit zweistelligen organischen Zuwachsraten deutlich zulegen, und die meisten Zielmärkte sind auf klarem Wachstumskurs. Ferner konnte Australien zum positiven Geschäftsverlauf in der Region beitragen. Dagegen erholten sich Länder wie Indien oder auch die Region Südostasien nur langsam von den starken Auswirkungen der Pandemie.

Global Business erzielte im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von -11.4% (Vorjahr: 3.0%). Die Automobilindustrie verzeichnete in diesem Zeitraum einen Rückgang der weltweiten Produktionsrate von -17%. Trotz des Corona-bedingten Rückgangs der Verkaufszahlen im Krisenjahr 2020 ist Sika davon überzeugt, dass die Megatrends im modernen Fahrzeugbau, wie die E-Mobilität, weitere, neue Antriebskonzepte sowie der Trend zu Leichtbauweise, dem Konzern helfen werden, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen.

Rekordwerte bei Gewinn und Geldfluss

Sowohl beim Gewinn als auch beim Geldfluss konnte der Konzern im Geschäftsjahr 2020 neue Rekordwerte verzeichnen. Dies belegt, dass Sika sich auch in einem schwierigen Jahr rasch den Marktgegebenheiten anpassen und kosteneffizient wirtschaften kann. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Materialmarge von 53.6% auf 54.8% gesteigert werden. Mit einem Wert von CHF 1’130.5 Millionen konnte Sika den EBIT um 7.1% steigern (Vorjahr: CHF 1’055.1 Millionen), die EBIT-Marge betrug 14.4% (Vorjahr: EBIT-Marge 13.0%). Entsprechend hat sich auch der Reingewinn mit einem Zuwachs von 8.8% auf CHF 825.1 Millionen (Vorjahr: CHF 758.5 Millionen) verbessert. Ein weiteres Rekordniveau wurde beim Operativen Freien Geldfluss mit CHF 1’259.4 Millionen erreicht (Vorjahr: CHF 1’026.1 Millionen).

 

Antrag auf höhere Dividende

Vor dem Hintergrund der Reingewinnsteigerung schlägt der Verwaltungsrat für die Generalversammlung vom 20. April 2021 den Aktionären eine Erhöhung der Bruttodividende von 8.7% auf CHF 2.50 vor (Vorjahr: CHF 2.30).

Das Sika Geschäftsmodell hat sich in einer gravierenden, weltweiten Krisensituation als überaus widerstandsfähig erwiesen. Als besonders krisenresistent haben sich im Jahr 2020 vor allem das Distributionsgeschäft, das Refurbishmentbusiness sowie die Building Finishing Aktivitäten erwiesen. Künftig wird Sika zudem von Stimuli-Programmen in Form von staatlichen Fördermitteln für Infrastrukturprojekte als Stützungsmassnahmen für die Wirtschaftschaft profitieren. Darüber hinaus hat die stark wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten zu zum positiven Geschäftsverlauf beigetragen. Sika ist führend bei Lösungen für nachhaltiges Bauen und nachhaltige Mobilität. Bereits heute wird ein grosser Teil des Umsatzes mit Technologien generiert, die den Kunden, der Umwelt und der Gesellschaft einen nachhaltigen Nutzen liefern.

 

Bilanzkennzahlen

Das Nettoumlaufvermögen im Verhältnis zum Nettoerlös konnte 2020 erneut klar reduziert werden auf 16.9% (Vorjahr: 18.1%). Der Rückgang konnte durch verbesserte Lagerbewirtschaftung sowie einen veränderten Vertriebsmix bei akquirierten Firmen erzielt werden. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende 2020 auf CHF 1’318.7 Millionen (Vorjahr: CHF 995.1 Millionen). Die Nettoverschuldung konnte abgebaut werden auf 2’855.8 Millionen (Vorjahr: 3’407.8 Millionen) und das Gearing auf 86.9% (Vorjahr: 107.8%) gesenkt werden. Die Eigenkapitalquote konnte leicht gesteigert werden und liegt neu bei 33.6% (Vorjahr: 31.7%). Der Ertrag auf das eingesetzte Kapital (ROCE) erreichte einen Wert von 16.6% (Vorjahr: 19.2%). Akquisitionsbereinigt wäre der ROCE im Jahr 2020 29.3% (Vorjahr: 31.3%).

Ausblick

Fortsetzung der erfolgreichen Wachstumsstrategie

Trotz der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die operativen Geschäftsergebnisse bestätigt Sika die strategischen Ziele 2023. Das Unternehmen bleibt weiterhin auf langfristigen Erfolg und profitables Wachstum ausgerichtet. Mit dem Fokus auf die sechs Eckpfeiler – Marktdurchdringung, Innovation, operative Effizienz, Akquisitionen, starke Unternehmenswerte und Nachhaltigkeit – will Sika bis 2023 jährlich um 6%–8% in Lokalwährungen wachsen. Ab 2021 strebt das Unternehmen die Steigerung seiner EBIT-Marge auf 15%–18% an. Projekte in den Bereichen Operations, Logistik, Beschaffung und Produktformulierungen sollen zu einer Verbesserung der Betriebskosten von jährlich 0.5% des Umsatzes beitragen.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet Sika eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 6%–8% sowie eine überproportionale EBIT-Steigerung. Die EBIT-Marge sollte erstmals auf 15% ansteigen.