Liebe Aktionärinnen und Aktionäre

In den meisten der 100 Länder, in denen Sika präsent ist, haben längere Lockdowns die Bautätigkeit teilweise eingeschränkt. Zudem mussten viele unserer Kunden der Automobilindustrie ihre Werke während mehrerer Wochen schliessen. Dank der starken Marktstellung sowie der schnellen und gezielten Implementierung von Massnahmen konnten wir in diesem herausfordernden Marktumfeld dennoch sehr solide Resultate erwirtschaften.

Der Fokus der eingeleiteten Massnahmen lag auf drei Schwerpunkten. Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten galt es zu schützen, die operative Geschäftstätigkeit wurde auf einem hohen Niveau fortgeführt und der starke Kundenfokus wurde beibehalten oder sogar noch ausgebaut. So haben wir weltweit sehr früh überall die Social Distancing Regeln angewendet, in der Produktion Masken und Schutzkleidung getragen und strikte Reisebeschränkungen eingehalten. Schwerpunktmässig wurde wo immer möglich im Homeoffice gearbeitet und Meetings wurden virtuell abgehalten. Den engen Kontakt zu unseren Kunden haben wir in der Krise sogar noch ausgebaut. So wurden beispielsweise weltweit mehr als 150’000 Kunden in Online Seminaren geschult.

Paul Hälg, Präsident des Verwaltungsrats und Paul Schuler, Vorsitzender der Konzernleitung
Image: Paul Hälg, Präsident des Verwaltungsrats und Paul Schuler, Vorsitzender der Konzernleitung

Sika – Enabler von nachhaltigem Bauen und umweltfreundlicher Mobilität

Neben der Pandemie stellt der Klimawandel die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen. In unserer Wachstumsstrategie haben wir uns bis 2023 auf eine Reduktion des CO2-Ausstosses um 12% verpflichtet und spätestens bis 2050 wird Sika klimaneutral sein. Zwischenziel bis 2030 ist es, die Treibhausgasemissionen pro verkaufter Tonne gegenüber 2019 zu halbieren. Das erreichen wir, indem die Energieeffizienz der Produktion gesteigert und ein wachsender Teil der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen bezogen wird (Scope 1 + 2). Bereits im vergangenen Geschäftsjahr haben wir das vorgegebene Ziel einer 3-prozentigen CO2-Reduktion pro Jahr klar übertroffen und konnten den CO2-Ausstoss um 26% reduzieren. Heute setzt Sika für eine Tonne verkaufter Produkte noch 20kg CO2 frei (Vorjahr: 27kg).

 

"Mit unserem klaren Bekenntnis zur Nachhaltigkeit wollen wir aber nicht nur unseren eigenen CO2-Ausstoss verringern, sondern auch unsere Kunden gezielt dabei unterstützen, mit innovativen Lösungen und Produkten ihren CO2-Ausstoss massiv zu reduzieren."

 

Sika ist mit ihren Technologien in vielerlei Hinsicht ein «Enabler », also ein Wegbereiter, und verfügt über das Know-how, um das Ziel der Klimaneutralität in der Bau- und der Automobilindustrie zu erreichen. Unsere Zusatzmittel sorgen für emissionsarmes und ressourcenschonendes Bauen, unsere Fassadensysteme für energieeffiziente Gebäude und unsere Klebstoffe ermöglichen klimaschonende Fahrzeuge.

Rekordwerte bei Gewinn und Geldfluss

Sowohl beim Gewinn als auch beim Geldfluss konnten wir im Geschäftsjahr 2020 neue Rekordwerte verzeichnen. Dies belegt, dass wir uns auch in einem schwierigen Jahr rasch den Marktgegebenheiten anpassen und kosteneffizient wirtschaften können. Mit einem Wert von CHF 1’130.5 Millionen konnte Sika den EBIT um 7.1% steigern (Vorjahr: CHF 1’055.1 Millionen), die EBIT-Marge betrug 14.4% (Vorjahr: EBIT-Marge 13.0%). Entsprechend hat sich auch der Reingewinn mit einem Zuwachs von 8.8% auf CHF 825.1 Millionen (Vorjahr: CHF 758.5 Millionen) verbessert. Ein weiteres Rekordniveau wurde beim Operativen Freien Geldfluss mit CHF 1’259.4 Millionen erreicht (Vorjahr: CHF 1’026.1 Millionen).

Marktanteile in allen Regionen ausgebaut

In einem durch diverse temporäre Lockdowns geprägten Umfeld konnten wir in allen Regionen stärker wachsen als der Markt. Ausserdem konnte das Distributionsgeschäft in allen Regionen zulegen.

Die Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) erzielte im Jahr 2020 eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 4.4% (Vorjahr: 11.6%). Vor allem im vierten Quartal zeichnete sich eine starke Verbesserung in den Märkten ab. Von der grössten Erholung profitierten die Länder Südeuropas mit Italien, Spanien, Portugal und Frankreich sowie die Länder Osteuropas, Skandinaviens, des Nahen Ostens und Afrikas.

Die Region Americas erzielte ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 1.0% (Vorjahr: 19.2%). Trotz der hohen COVID-19-Infektionsraten in Mexiko, Brasilien und den USA verzeichnete Sika in der Region Americas im vierten Quartal wieder einen Aufwärtstrend. Viele Grossstädte in Nordamerika sind zwar weiterhin von der Pandemie betroffen und Bauprojekte sind verlangsamt, in Lateinamerika hat sich die Situation jedoch deutlich verbessert.

Das Wachstum in der Region Asien/Pazifik belief sich auf 12.6% (Vorjahr: 35.1%). Vor allem China konnte in den letzten Monaten mit zweistelligen organischen Zuwachsraten deutlich zulegen und die meisten Zielmärkte sind auf klarem Wachstumskurs. Ferner konnte Australien zum positiven Geschäftsverlauf in der Region beitragen. Dagegen erholten sich Länder wie Indien oder auch die Region Südostasien nur langsam von den starken Auswirkungen der Pandemie.

Global Business erzielte im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von -11.4% (Vorjahr: 3.0%). Die Automobilindustrie verzeichnete in diesem Zeitraum einen Rückgang der weltweiten Produktionsrate von -17%. Trotz des Corona-bedingten Rückgangs der Verkaufszahlen im Krisenjahr 2020 ist Sika davon überzeugt, dass die Megatrends im modernen Fahrzeugbau, wie die E-Mobilität, weitere neue Antriebskonzepte sowie der Trend zur Leichtbauweise dem Konzern helfen werden, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen.

Dividendenerhöhung und Ausblick

Vor dem Hintergrund der Reingewinnsteigerung schlägt der Verwaltungsrat für die Generalversammlung vom 20. April 2021 den Aktionären eine Erhöhung der Bruttodividende von 8.7% auf CHF 2.50 vor (Vorjahr: CHF 2.30).
 

"Unser Geschäftsmodell hat sich in einer gravierenden, weltweiten Krisensituation als überaus widerstandsfähig erwiesen."

Als besonders krisenresistent haben sich im Jahr 2020 vor allem das Distributionsgeschäft, unser Refurbishment Business sowie unsere Building Finishing Aktivitäten gezeigt. Künftig werden wir zudem von Stimuli-Programmen in Form von staatlichen Fördermitteln für Infrastrukturprojekte als Stützungsmassnahmen für die Wirtschaft profitieren. Darüber hinaus hat die stark wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten zu unserem positiven Geschäftsverlauf beigetragen. Sika ist führend bei Lösungen für nachhaltiges Bauen und nachhaltige Mobilität. Bereits heute wird ein Grossteil unseres Umsatzes mit Technologien generiert, die den Kunden, der Umwelt und der Gesellschaft einen nachhaltigen Nutzen liefern.

Trotz der Corona-Krise und deren Auswirkungen auf die operativen Geschäftsergebnisse bestätigt Sika die strategischen Ziele 2023. Das Unternehmen bleibt weiterhin auf langfristigen Erfolg und profitables Wachstum ausgerichtet.

Mit dem Fokus auf die sechs Eckpfeiler – Marktdurchdringung, Innovation, operative Effizienz, Akquisitionen, starke Unternehmenswerte und Nachhaltigkeit – will Sika bis 2023 jährlich um 6% – 8% in Lokalwährungen wachsen. Ab 2021 strebt das Unternehmen die Steigerung seiner EBIT-Marge auf 15% – 18% an. Projekte in den Bereichen Operations, Logistik, Beschaffung und Produktformulierungen sollen zu einer Verbesserung der Betriebskosten von jährlich 0.5% des Umsatzes beitragen.

Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet Sika eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 6%–8% sowie eine überproportionale EBIT-Steigerung. Die EBIT-Marge soll erstmals auf 15% ansteigen.

Dank der ausgeprägten Kundenfokussierung ist es Sika in diesem herausfordernden Marktumfeld gelungen, sich erfolgreich zu behaupten und überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen. Wir sind in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld sehr gut aufgestellt – dies verdanken wir unseren innovativen Produkten und Lösungen sowie unseren Mitarbeitenden, die mit ihrem grossen Engagement und ihrer Identifikation mit Sika auch in einer solchen Zeit Höchstleistungen erzielen – ihnen gehört unser Dank.

 

"Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, Sika konnte trotz der Pandemie eine nachhaltige Wertsteigerung generieren und sich um das Wohl der 25’000 Mitarbeitenden kümmern. Wir setzen alles daran, dass wir diese Performance auch in Zukunft beibehalten. Für Ihr Vertrauen und Ihre Treue selbst in Krisenzeiten möchten wir auch Ihnen recht herzlich danken."

 

Freundliche Grüsse

 

 

Dr. Paul Hälg 

Präsident des Verwaltungsrats   

Paul Schuler

Vorsitzender der Konzernleitung