Sika ist eine führende Anbieterin von Lösungen zum Schutz und zur Instandsetzung von Bauwerken. Warum der langfristige Erhalt von Bauten nachhaltig ist und wieso Sika Alterungsprozesse von Strukturen erforscht, erklärt Philippe Jost, Head Construction und Mitglied der Konzernleitung, im Interview.

Warum ist es wichtig, die Langlebigkeit von Bauwerken zu fördern?

Laut verschiedenen Szenarien führt eine Verlängerung der Lebensdauer eines Gebäudes oder einer Struktur um 20 Jahre dazu, dass die kumulierten Kilogramm CO2eq pro m2 um 30% sinken. Um also einen positiven Nachhaltigkeitseffekt zu erzielen, sollte der Lebenszyklus von Gebäuden verlängert werden. Dies wiederum kann durch eine gesteigerte Langlebigkeit erreicht werden. Eine erhöhtes Bewusstsein für die negativen Folgen des Klimawandels und der Ressourcenknappheit werden strengere Nachhaltigkeitsstandards und eine ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtung mit sich bringen. Auch Bauherren, Investoren und Eigentümer sehen vermehrt ein, dass Langlebigkeit einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann.

Philippe Jost, Head Construction und Mitglied der Konzernleitung

Wie lassen sich damit Treibhausgase einsparen?

Die Verlängerung der Lebensdauer ist ein wichtiger Hebel für CO2-Einsparungen, weil die eingesetzten Ressourcen länger genutzt und CO2-Emissionen vermieden werden können. Ausserdem ist es natürlich auch wirtschaftlich lohnenswert, da die getätigten Investitionen über eine längere Zeitspanne amortisiert werden können.


Welche äusseren Einflüsse setzen Bauten besonders zu? 

Es gibt grob gesagt zwei Problemfelder: zum einen die mechanische Abnutzung – die Abrasion, zum anderen aggressive Substanzen wie Chloride oder CO2, die dem Beton zusetzen.


Welche Lösungen bietet Sika an, um Bauwerke vor diesen Einflüssen zu schützen und ihre Lebensdauer zu verlängern? 

Sika bietet ein breites und jahrzehntelang bewährtes Angebot von Schutz- und Instandsetzungssystemen für Stahlbeton an. Zu unserem Produktsortiment gehören unter anderem hochwertige Betonzusatzmittel, Spezialmörtel, Abdichtungsbahnen sowie Systeme für die statische Verstärkung und den Betonschutz.

Wie differenziert sich Sika im Bereich Langlebigkeit von den Mitbewerbern?

Nicht alle Mitbewerber können ein so breites Produktportfolio anbieten wie wir. Zudem verfügen wir teilweise über Lösungen mit besseren Eigenschaften. Weitere Stärken von Sika sind die Innovationskraft, die Nähe zu den Kunden sowie das Verständnis für lokale Gegebenheiten.


Ist die Bedeutung der Langlebigkeit für das Klima und die Schonung der Ressourcen bei den Bauherrschaften und Eigentümern bereits angekommen?

In Europa ja, doch in anderen Teilen der Welt ist das Bewusstsein noch nicht so ausgeprägt. Bauherren, Investoren und Eigentümer planen weniger langfristig. In Nordamerika zum Beispiel baut niemand ein Haus für 20 Jahre. Man kauft und verkauft – und schaut dabei stärker auf den Preis, wohl wissend, dass es früher zu Problemen kommt. Doch wir sehen, dass das Bewusstsein in vielen Ländern zunimmt.

Bridge in Klosters Switzerland
Wie könnte man bei der Planung, beim Unterhalt und der Instandstellung von Bauten die Langlebigkeit zusätzlich fördern?

Einerseits braucht es Anreize, welche die Bauherrschaften motivieren, in die Langlebigkeit zu investieren. Anderseits kann die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion übernehmen und den Aspekt der Langlebikeit bei Ausschreibungen berücksichtigen, wie es zum Beispiel beim neuen Gotthard-Basistunnel der Fall war. Bei diesem Projekt wurde eine Lebensdauer von 100 Jahren verlangt. Auch in anderen Ländern sehen wir vermehrt solche Vorgaben.

Ist die Vorgabe einer 100-jährigen Lebensdauer realistisch? Können Firmen eine solche Garantie tatsächlich geben?

Es handelt sich nicht um eine Garantie, sondern um eine Lebenserwartung. Die Anforderungen sind diesbezüglich sehr unterschiedlich und liegen je nach Produkt zwischen 20 und 100 Jahren. Man stützt sich dabei auf wissenschaftlich fundierte Tests, die den Alterungsprozess simulieren.

Sika entwickelt kontinuierlich neue Lösungen. In welche Richtung geht die Forschung im Bereich Langlebigkeit?

Alterungsprozesse von Bauwerken interessieren uns grundsätzlich sehr. Wir sind stetig daran, diese zu untersuchen und zu erforschen. In einem ersten Schritt geht es uns jeweils darum zu verstehen, welche Aspekte für die Lebensdauer eines Bauwerks entscheidend sind. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen verbessern und verändern wir Schwachstellen gezielt, um die Langlebigkeit von Strukturen gewährleisten und verlängern zu können. Welche Einflüsse konkret die Langlebigkeit reduziert, hängt vom einzelnen Produkt ab. Bei einer Abdichtungsfolie für ein Flachdach ist zum Beispiel die UV-Stabilität von Bedeutung, während bei einem Mörtel für Abwasserkanäle unter anderem die Widerstandsfähigkeit gegen biogene Schwefelsäurekorrosion im Vordergrund steht. Beim Schutz von Brücken, ist wiederum die Widerstandsfähigkeit von Reparaturmörteln und Betonzusatzmitteln gegen Salzwasser von Bedeutung.