Globale Präsenz

In keinem anderen Jahrzehnt gründete Sika mehr Gesellschaften im Ausland als in der Zeit zwischen 1990 und 1995. 16 neue Tochtergesellschaften kamen hinzu. Vor allem in Asien, Osteuropa und Lateinamerika konnte Sika ihre Präsenz weiter stärken. Trotzdem waren die 90er ein schweres Jahrzehnt. Schwache Wirtschafts- und Ertragslage infolge zunehmender Konkurrenz und steigender Rohstoffpreise mussten bewältigt werden. Sika löste das Problem durch Rückzug aus unrentablen Nicht-Kerngeschäften wie das Bauen von Robotern zur; Sanierung von Abwasserleitungen oder die Herstellung von Strassenbauprodukten. Sika verkaufte beinahe ihr Foliengeschäft an Sarna.

Die gleiche Sarna wurde 10 Jahre später ein Mitglied der Sika Gruppe. Diese auf Folien spezialisierte Firma wurde 2005 von Sika übernommen. Sika erlebte eine ihrer stürmischsten Zeiten in ihrer Geschichte. Der Umsatz stieg von 2 auf beinahe 4.6 Milliarden Franken, erwirtschaftet von den 36 Gesellschaften in den Jahren 2000 bis 2008. In der gleichen Periode stieg die Mitarbeiterzahl von 8 000 auf 13 000.

Ab 2000 wurden die Kernkompetenzen zusammengefasst unter: Dichten, Kleben, Dämpfen, Verstärken und Schützen. Sika strebte die Marktführerschaft an vom Fundament bis zum Dach. Das 2000 auf den Markt gebrachte Betonzusatzmittel Sika ViscoCrete erwies sich als Verkaufsschlager. Auch in anderen Geschäftsbereichen boomte das Geschäft und erreichte 2006 den Höhepunkt; der Umsatz stieg um mehr als einen Drittel. 2002 sah sich die Holding (Sika AG) deshalb gezwungen massiv in Personal und Produktion zu investieren und die Führungsorganisation zu restrukturieren.

Seit 2006 wurden alle Marketing und Verkaufsaktivitäten in neue zentralisierte Geschäftsbereiche aufgeteilt. Dies geschah in Betrachtung der vier Hauptzielgruppen “Distribution”, “Contractors”, “Concrete” und “Industry”.

Gegen Ende dieser Dekade wurde auch Sika in den Strudel der weltweiten Wirtschaftskrise hineingezogen. Trotz Rezession konnte Sika ihren Marktanteil jedoch praktisch überall erhöhen. Auf der Schwelle zum 100-jährigen Jubiläum steht Sika gut gerüstet da für die Zukunft.