Die Konzernleitung hat den Bereich Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit (EHS&S – Environment, Health, Safety & Sustainability) mit der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie betraut. Lokal umgesetzt und verankert wird sie durch die Linienorganisation. Besondere Verantwortung tragen dabei die Geschäftsführer, die Target Market Managers und die Operations Managers, die die Entwicklung und die Umsetzung von lokalen Massnahmenplänen vorantreiben.

Das bestehende Netzwerk von lokalen und regionalen Verantwortlichen für EHS&S unterstützt die lokalen Sika Gesellschaften in der Ideenfindung, der Planung und der Umsetzung von regional übergreifenden Massnahmen. Mithilfe der Kommunikationskampagne «More Value – Less Impact» hat Sika sämtliche internen Anspruchsgruppen über die Nachhaltigkeitsstrategie informiert und in die weitere Planung und Umsetzung der Massnahmen miteinbezogen. 2016 sind diese Aktivitäten weiter verstärkt und intensiviert worden.

Sika hat einen Sika Sustainability Advisory Board (SAB) ins Leben gerufen. Dieses Expertengremium nahm die Arbeit im Jahr 2016 auf und verfolgt das Ziel, die Umweltbelastung entlang der gesamten Supply Chain zu verringern und ein Geschäftsmodell zu unterstützen, das auf Nachhaltigkeit setzt. Eine unabhängige Expertenbetrachtung soll in diesem Zusammenhang dem Sika Management weitere Impulse hinsichtlich der Ausrichtung und der Umsetzung der Sika Nachhaltigkeitsstrategie liefern. Dem Expertengremium gehören fünf unabhängige Experten aus Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und aus Wissenschaft und Forschung an. Bei spezifischen, nachhaltigkeitsbezogenen Fragen werden weitere externe und interne Sachverständige nach Bedarf konsultiert.

Standards and compliance

Im Hinblick auf die Erhaltung der fest verankerten Compliance-Kultur bei Sika und um sicherzustellen, dass die Verhaltensgrundsätze des Code of Conduct, die Werte und Grundsätze des Unternehmens sowie spezifische Regulierungen und Leitlinienvon allen Mitarbeitenden verstanden und gelebt werden, verfolgt Sika einen ganzheitlichen Ansatz.

Das Compliance-System von Sika bezieht alle Hierarchieebenen und Funktionen der Organisation in sämtlichen geographischen Regionen ein. Es zielt darauf, eine Kultur des Vertrauens, der Transparenz und der Offenheit innerhalb der Sika Gruppe zu fördern. Dieses System umfasst den Veranwortlichen für Compliance auf Konzernebene und vier Verantwortliche für Compliance auf Ebene der Regionen, lokale Compliance Botschafter sowie E-Training-Programme, Schulungsveranstaltungen und die SikaTrustLine, eine webbasierte Reporting-Plattform. Die Sika TrustLine ist ein extern verwalteter Kommunikationskanal, der es den Mitarbeitenden ermöglicht, Beschwerden über schwerwiegendes Fehlverhalten anzubringen oder Verstösse gegen den Code of Conductin einem vertraulichen Umfeld zu melden, wenn die direkte Ansprache ihrer Linienmanager oder anderen Vorgesetzten entweder nicht möglich ist oder nicht angemessen erscheint.

Das Compliance-System von Sika soll zudem sicherstellen, dass Governance, Risikomanagement und andere Strukturen und Prozesse innerhalb der Gruppe einerseits die regulatorischen Anforderungen erfüllen und andererseits möglichst effektiv dazu beitragen, dass Risiken eingedämmt und Verluste vermieden werden. So fördert die Compliance-Funktion den Erfolg derGruppe, indem sie einen Rahmen für die Unternehmenskultur, die Corporate Governance und das Risikomanagement vorgibt. Je effektiver dieses Rahmenwerk ist, desto effizienter kann die Organisation arbeiten.

Compliance Culture

Der Verantwortliche für Compliance auf Konzernebene und vier Verantwortliche für Compliance auf Ebene der Regionen verfolgen bei der Planung und Umsetzung des Sika Compliance Systems einen ganzheitlichen Ansatz. Sika hat 2013 einen Code of Conduct eingeführt, dessen Umsetzung die lokalen Linienorganisationen bestätigen mussten. Das leitende Management der einzelnen Tochtergesellschaften hat sicherzustellen, dass der Code of Conduct sowie alle relevanten Gesetzeund Standards eingehalten werden.

Haben Sika Mitarbeitende Zweifel oder Fragen zu Angelegenheiten in Bezug auf die Inhalte des Sika Verhaltenskodexes (’Sika Code of Conduct’) sowie der «Sika Values and Principles» (’Sika Werte und Grundsätze’), so sind sie aufgefordert, ihre Vorgesetzten, den Verantwortlichen für Compliance auf Konzernebene, Corporate Legal oder Corporate HR zu kontaktieren. Zusätzlich hat Sika eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet.

Ende 2016 wurden die Verankerung und die Einhaltung des Code of Conduct durch die Geschäftsführer und ihre Leitungsteams überprüft und die Übereinstimmung in einem Meldesystem bestätigt. Die Vollständigkeit der Rückläufe und der gemachten Angaben deuten auf eine hundertprozentige Einhaltung hin. Ausserdem erneuerten im Berichtsjahr alle Geschäftsführer mit ihrer Unterschrift die Compliance Committment Vereinbarung für die Jahre 2016 und 2017. Damit einher geht die Zusage zur Einhaltung und aktiven Unterstützung der Sika Führungskultur, die auf Integrität hinsichtlich sämtlicher Arbeitsprozesse setzt.

Sika hat dazu eine Compliance-Checkliste vorbereitet, die sämtliche Anforderungen, die aus dem Sika Compliance System resultieren, sowie Best-Practice-Beispiele vor Augen führt. Die Compliance-Checkliste hat für jede Funktionseinheit in den Sika Gesellschaften operative Relevanz und ist Ausdruck des ganzheitlichen Sika Compliance Systems.

Sika Code of Conduct

Der Sika Verhaltenskodex hält unter anderem fest, dass Sika Korruption und die Verletzung von Menschenrechten unter keinen Umständen toleriert. Es besteht kein Verhandlungsspielraum, wenn es um Verletzungen dieser Werte geht. Integrität, ethisches Handeln sowie gesetzes- und prinzipienkonformesVerhalten sind das Fundament, auf dem der hervorragende Ruf von Sika aufbaut. Darauf zählen die Kunden, aber auch die anderen Anspruchsgruppen, allen voran die Aktionäre und die Mitarbeitenden von Sika.

Im Jahr 2016 wurde die Umsetzung einer lokalen Richtlinie über Zuwendungen und Einladungen vorangebracht. Diese Richtlinie umfasst und stärkt die Grundsätze des Code of Conduct, bietet den Mitarbeitenden einen klaren und detaillierten Rahmen, wie mit Zuwendungen und Einladungen in ihrem Tagesgeschäft umzugehen ist, und legt für jede Gesellschaft beziehungsweise für jedes Land verschiedene Zuständigkeitsebenen fest, abhängig vom Wert der Zuwendung.

Diese Werte und Grundsätze bilden den Kern der Sika Unternehmenskultur und beziehen sich auf die folgenden Aspekte: Kundenorientierung, Innovationsbereitschaft, Nachhaltigkeit und Integrität, Übertragen von Verantwortung, Respekt und ergebnisorientierte Führung. Diese internen Standards fassen die wichtigsten Prinzipien des Führungsstils bei Sika zusammen, der auf gegenseitigem Vertrauen, Eigenverantwortung und voller Transparenz auf allen Ebenen basiert.

Im Hinblick auf die Erhaltung der starkenCompliance-Kultur bei Sika und um sicherzustellen, dass die Verhaltensgrundsätze des Code of Conduct von allen Mitarbeitenden verstanden und umgesetzt werden, hat Sika neben den regelmässigen Schulungsveranstaltungen auch ein animiertes E-Learning-Programm entwickelt. Dieses Lernprogramm sowiedie neue webbasierte Reporting-Plattform, Sika TrustLine, werden als Teil einer Sensibilisierungskampagne zum Thema Compliance in mehr als 20 Sprachen innerhalb der ganzen Organisation verfügbar gemacht.

Sika Trustline

Die Sika TrustLine ist ein extern verwalteter Kommunikationskanal, der es den Mitarbeitenden von Sika ermöglicht, Beschwerden über schwerwiegendes Fehlverhalten anzubringen und/oder Verstösse gegen den Code of Conduct von Sika in einem sicheren und vertraulichen Umfeld zu melden, wenn die direkte Ansprache ihrer Linienmanager oder anderer Vorgesetzter entweder nicht möglich ist oder nicht angemessen erscheint.

Eine Ad-hoc-Weisung («Sika Trust Policy») wird den Sika Mitarbeitenden im Rahmen des Roll-outs der Sika TrustLine bereitgestellt, um klare Regeln und eine entsprechende Schulung zu den Rechten und Pflichten in Bezug auf die interne Meldung von Fehlverhalten bereitzustellen. Die Festlegung des Meldeverfahrens und die Durchführung einer organisationsweiten Kommunikationskampagne zur Nutzung der Sika TrustLine werden dazu beitragen, die starke Kultur des Vertrauens, der Integrität und der Transparenz bei Sika zu bewahren und zu fördern.

Im Jahr 2016 wurde der Roll-out der SikaTrustLine sowie das E-Learning-Programm in Grossbritannien, Südafrika, Singapur und Neuseeland gestartet, 1’100 Mitarbeitendeerhielten eine Schulung. Es ging im Jahr 2016 keine Meldung in der SikaTrustLine ein.

Interne Kommunikation

Die Einführung eines neuen, unternehmensweiten Intranets bot im Berichtsjahr die Möglichkeit, Informationen über das Sika Compliance-System über designierte Inhaltsbereiche allen Mitarbeitenden zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig Impulse für eine nachhaltige Feedback-Kultur zu geben. Das gilt auch für die systematische Anordnung sämtlicher Corporate Policies und Handbücher, die nun allen Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.

Supplier Code of Conduct

Auch bei der Lieferkette übernimmt Sika Verantwortung. Seit 2015 ist der 2013 eingeführte Supplier Code of Conduct für alle neuen Lieferanten verbindlich, und er wird nun sukzessive auch bei bestehenden Lieferanten eingeführt. Die Vereinbarung wurde von insgesamt 3’390 Lieferanten bestätigt. Sika stellt damit sicher, dass Lieferanten über die ethischen, ökologischen und sozialen Erwartungen und Richtlinien von Sika informiert sind und dass sie ihre Prozesse gemäss den Sika Nachhaltigkeitskriterien aufsetzen.

Sika hat einen konzernweiten Prozess eingeführt, der die massgeblichen Nachhaltigkeitsprinzipien (ökonomisch, sozial, ökologisch) für die Lieferantenqualifikation und -bewertung abbildet. Der mehrstufige Lieferantenevaluationsprozess hat drei zentrale Elemente: Er startet mit der Verpflichtung zur Einhaltung des Supplier Code of Conduct und der Beantwortung eines Selbstbeurteilungsfragebogens. Bei unklaren Fällen kommen vor Abschluss einer entsprechenden Liefervereinbarung weitere Überprüfungen durch die Einkaufsabteilung hinzu, sogenannte Nachhaltigkeitsaudits. Sika setzte diesen neuen Prozess 2016 weiter global um, in dieser Phase für neue Lieferanten in Risikogeografien und -industrien.

Die bei der Lieferantenqualifikation anfallenden Nachweise werden auf einer eigenen Plattform transparent abgelegt und gespeichert. Hierdurch sind die Einkäufer in der Lage, die Qualifikation von Lieferanten zu überblicken und in ihren Ländern entsprechend zu verbessern.

Audits und Inspektionen

Audits und Inspektionen sind zentrale Elemente des umfassenden Managementsystems von Sika. Sie liefern dem Management auf den Stufen «Konzern», «Region» und «lokale Gesellschaft » eine periodische und unabhängige Einschätzung, ob alle Aktivitäten den behördlichen Anforderungen und den internen Richtlinien, Prinzipien und Vorgaben des Risikomanagements entsprechen. Damit stellen die Audits und Inspektionen die Wirksamkeit der entsprechenden Prozesse und Kontrollen bei Sika sicher. Der Auditprozess des internen Audits ist zentral organisiert und wird durch das Audit Committee des Verwaltungsrats gesteuert. Alle Audits werden von der Konzernleitung freigegeben und die Resultate dem Audit Committee in Sitzungen präsentiert. Im Berichtsjahr hat Sika insgesamt 138 Audits von Konzernfunktionen durchgeführt und, wo nötig, entsprechende Verbesserungsmassnahmen umgesetzt. Dabei deckten die Audits sämtliche Aspekte der Geschäftstätigkeit von Sika global ab: Qualität, Umwelt, Sicherheit, Gesundheit, Risiko, Technologie, Compliance, IT-Sicherheit, Lieferanten und Produkte.

Um zu gewährleisten, dass auch die Lieferanten die behördlichen Bestimmungen und Arbeitsstandards einhalten, verlangt Sika Selbsteinschätzungen von ihnen und führt Lieferantenaudits durch. Im Berichtsjahr sind alle neuen Lieferanten nach dem neuen Lieferantenevaluationsprozess beurteilt worden.

Um die Lieferantenqualifikation zu verbessern, schult Sika die Einkaufsteams darin, Audits bei den Lieferanten selbstständig zu planen und durchzuführen. Meist werden diese Besuche begleitet von Sicherheits-, Qualitäts- oder Technikexperten. So kann gemeinsam mit den Lieferanten an Verbesserungen auch in Hinsicht auf Nachhaltigkeit gearbeitet werden.

Häufig wird auch Sika als Lieferant von grossen Kunden – insbesondere aus dem Automobil- und Industriebereich – überprüft. Diese wollen damit die Einhaltung internationaler Arbeitsnormen und Standards in den Bereichen Qualität, Umwelt, Sicherheit und Gesundheit sicherstellen.

Einbezug der Anspruchgruppen

Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung erfordert den Einbezug aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette und die Identifizierung gemeinsamer Themenfelder, welche für alle Beteiligten von Bedeutung sind. Im Jahre 2015 wurde erneut eine Relevanzanalyse (Materialitätsanalyse) unter Einbezug der bedeutenden internen und externen Anspruchsgruppen durchgeführt. Diese Umfrage hat den im Rahmen der Strategie «More Value – Less Impact» eingeschlagenen Kurs bestätigt. Deshalb hat Sika im Berichtsjahr im Rahmen von zahlreichen Projekten und Kooperationen auf unterschiedlicher Ebene mit wichtigen Anspruchsgruppen wie Kunden, Lieferanten, Verbänden und Sponsoring Partnern/Communities die bestehenden Kontakte und die Zusammenarbeit weiter intensiviert. Der Fokus lag auf wichtigen Themenfeldern wie «Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz», «Gesundheit und Sicherheit der Kunden» (Customer Health & Safety), «Nachhaltige Lösungen» sowie «Energie/Wasser/Abfall».