Sika ist in der Industrie führend mit einem Portfolio von nachhaltigen Produkten, Systemen und Dienstleistungen. Diese leisten einen wesentlichen Beitrag, damit Kunden in Bau und Industrie ihre Nachhaltigkeitsziele, z.B. energieeffiziente Fahrzeuge und Gebäude, erreichen. Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Innovationskraft des Unternehmens und ein relevanter Treiber für Produktentwicklungen. Sika strebt danach, die Lebensdauer von Gebäuden und industriellen Anwendungen zu verlängern, den Unterhaltsbedarf zu reduzieren, die Energieund Materialeffizienz zu verbessern und die Anwenderfreundlichkeit weiter zu erhöhen. Ein Fokus des Unternehmens liegt darin, den Ressourcenverbrauch, den Energieverbrauch und die damit verbundenen CO 2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu verringern – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch bei seinen Partnern und Kunden, die auf Sika Lösungen vertrauen.

ZIELSETZUNG: Alle neuen Produktentwicklungen werden mit einer standardisierten Methodik auf die Nachhaltigkeitskriterien hin überprüft und verfügen über eine Relevanzprüfung, falls erforderlich mit einem entsprechenden Verbesserungsplan. Dieses Ziel wurde 2016 erreicht.

UMSETZUNG: Sika hat 2015 einen firmenweit einheitlichen Nachhaltigkeitsbewertungsprozess (einschliesslich der Richtlinien und Arbeitshilfen) eingeführt, der die relevanten Nachhaltigkeitsindikatoren abdeckt und Bestandteil des offiziellen Sika Produktentwicklungsprozesses ist. Die Nachhaltigkeitsbewertung hat zum Ziel, alle relevanten Nachhaltigkeitsaspekte einer Neuentwicklung über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg im Vergleich mit bestehenden eigenen oder konkurrierenden Lösungen zu beurteilen. Ökonomische, ökologische und soziale Aspekte werden bewertet und dienen als Basis für die Entscheidung, welche Massnahmen erforderlich sind, damit eine Entwicklung ein verbessertes Nachhaltigkeitsprofil aufweist. Bringt eine neue Lösung verglichen mit dem bestehenden Produkt keine Verbesserung, so lohnt es sich unter Umständen nicht, eine Entwicklung fortzuführen. Resultiert andererseits verglichen mit dem bestehenden Produkt eine erhebliche Verbesserung, so benötigen entsprechende Projekte spezielle Aufmerksamkeit und haben Priorität.

Produktentwicklungen gemäss Nachhaltigkeitsbewertungsprozess

Sika hat im Berichtsjahr den globalen Rollout des neuen Produktentwicklungsprozesses in allen Gesellschaften mehrheitlich abgeschlossen. Ein wesentliches Element war die Schulung der für den lokalen Rollout verantwortlichen Personen aus den verschiedenen Geschäftsfeldern, Regionen und Technologiecentern hinsichtlich des Bewertungsverfahrens für Nachhaltigkeit und der damit verbundenen Methoden und Tools. Im Berichtsjahr wurden alle 122 neuen lokalen und globalen Produktentwicklungen mit dem Nachhaltigkeitsbewertungsprozess bewertet, wobei 16% einer vertieften Betrachtung unterzogen wurden bzw. werden, da sie verglichen mit dem bestehenden Produkt eine erhebliche Verbesserung aufzeigen und somit für die Nachhaltigkeit der Firma von besonderer Bedeutung sind.

Die grösseren Sika Ländergesellschaften erstellen einen Aktionsplan bezüglich Nachhaltigkeit und setzen alle in diesem Zusammenhang geplanten Projekte um. Der Plan ist abgestimmt auf die lokalen Trends sowie die Marktanforderungen und beinhaltet die auf den globalen Ansatz abgestimmten Schlüsselprojekte und -themen.

In Zusammenarbeit mit dem Corporate-EHS&S-Team haben im Berichtsjahr erneut alle grösseren Länder in den Schwerpunktregionen Nordamerika, Südeuropa, Nordeuropa, Osteuropa sowie Grossbritannien, Deutschland und Türkei Roadmaps betreffend Produktnachhaltigkeit weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt lag 2016 in der Ausdehnung der Roadmap-Aktivitäten auf die Region Lateinamerika. Mit fachlicher Unterstützung des Corporate-EHS&S-Teams wurden vor Ort Aktionspläne für die Länder Mexiko, Kolumbien und Peru erarbeitet. Im Rahmen von periodischen Präsentationen zwischen den globalen, regionalen und lokalen Funktionen werden die Pläne ausgetauscht, bewirtschaftet, Fortschritte und Aktivitäten diskutiert und erfolgreiche Projekte und lokale Umsetzungen geteilt.

Weitere Schwerpunktländer der Region Lateinamerika und erste Länder der Region Asien/Pazifik werden 2017 hinzukommen. Die neu geschaffene Sustainability Academy stellt hier ein wichtiges Vehikel dar, um weitere Ländergesellschaften strategisch zu unterstützen und die Projektanzahl zu steigern. Lokale Nachhaltigkeitsexperten werden nominiert, trainiert und befähigt, marktorientierte Roadmaps in den Ländern federführend und eigenständig zu erarbeiten und umzusetzen.

Umsetzung der Strategie in den Ländern

Die Umsetzung der Kampagne «More Value – Less Impact» erfordert fundierte Daten und Kenntnisse über die Auswirkungen der Produktherstellung und den Mehrwert der fertigen Produkte in der Anwendung und während der Nutzungsphase. Im Berichtsjahr hat Sika wie in den Jahren zuvor die gemäss dem internationalen Ökobilanz-Standard ISO 14040 erhobenen Lebenszyklusdaten für die Produkte, Technologien und Anwendungen ausgeweitet und die bestehende Referenzdatenbank weiterentwickelt. Auf dieser Basis konnte Sika eine Reihe neuer Arbeitshilfen entwickeln und erfolgreich in ersten Ländergesellschaften einführen.

Beispiele sind die erstmalige Erstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPD) für Polyurethanflüssigmembranen für Dachabdichtungslösungen nach dem britischen BRE Standard und Green Guide Ratings für die Nachhaltigkeitsleistung von Polyurethanbodenlösungen für die Bereiche Bürobauten, Schulund Gesundheitswesen nach dem britischen BREEAM Standard für nachhaltige Gebäude. Zudem wurden im Berichtsjahr erstmalig sogenannte Nachhaltigkeitspakete (Sustainability Packages) in Form einer Toolbox für die verschiedenen Target Markets erarbeitet, welche den Nachhaltigkeitsnutzen (Sustainability Added Value) und Beitrag der Sika Lösungen zum nachhaltigen Bauen mittels verschiedener Tools einfach verständlich darstellen und illustrieren.

Diese Pakete und die im Jahr zuvor eingeführten Tools für Dachund Bodensysteme bieten Mehrwert für den Kunden, indem sie einerseits den Nachhaltigkeitsnutzen der Sika Lösungen fassbar illustrieren und andererseits eine produkt- bzw. projektspezifische quantitative Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung der Sika Lösung in standardisierter Form und eine auf die Kundenbedürfnisse fokussierte und einfach verständliche Kommunikation ermöglichen. Landesgesellschaften in Süd- und Nordeuropa haben die gewonnenen Erkenntnisse in erste neue Serviceangebote zur Quantifizierung der Nachhaltigkeitsleistung der Sika Lösungen umgesetzt und erfolgreich am Markt getestet. So konnten in Ländern wie Spanien, Italien und England weitere Projekte unter Verwendung der lokal eingeführten Nachhaltigkeitsargumente erfolgreich akquiriert werden. Auch in anderen Ländern wie in der Tschechischen Republik und in Österreich konnten erste Projektakquisitionen unter Einbezug von Nachhaltigkeitstools gewonnen werden.

Der Schwerpunkt liegt auf dem weiteren Rollout und der lokalen Einführung der Nachhaltigkeitstools für den Vertrieb im Bereich Roofing und Flooring in weiteren Zielländern, z.B. im Zuge der Roadmap-Aktivitäten. Der Fokus liegt auf Serviceleistungen im Bereich nachhaltiges Bauen wie LEED und BREEAM und dem Beitrag von Dachsystemen zur Energieeffizienz von Gebäuden, der lokalen Adaption der neu entwickelten Target Market Sustainability Packages sowie der besseren Verzahnung von Nachhaltigkeit und Geschäftsprioritäten der lokalen Gesellschaften.

Sika will sich damit weiter zu einem Lösungsanbieter entwickeln und bedient Kunden mit innovativen Lösungen, die die Effizienz, Dauerhaftigkeit und Ästhetik von Gebäuden, Infrastrukturanlagen und Installationen massgeblich steigern. Die integrierten Konzepte und Lösungen decken den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks ab, von der Erstellung und dem Unterhalt über die Renovation oder die Erweiterung bis hin zum Rückbau.

Broschüren, Produktbeispiele, Projekte und Videos aus unterschiedlichen Zielmärkten mit detaillierten Informationen sind unter www.sika.com/sustainability abrufbar. Sie zeigen, wie Sika Lösungen das nachhaltige Bauen unterstützen und dazu beitragen, Energie, Rohstoffe und Wasser zu sparen, CO2-Emissionen zu reduzieren und Nachhaltigkeitsgebäudestandards zu erfüllen.