LIEFERANTENMANAGEMENT UND ROHSTOFFBESCHAFFUNG

Rohstoffe, die Sika zu höherwertigen Produkten verarbeitet, stellen für den Konzern den grössten Kostenfaktor dar. Daher wird ihnen bei der Risikobeurteilung besondere Beachtung geschenkt. Rund 70% der von Sika in der Produktion verwendeten Materialien, wie zum Beispiel Polyole, Epoxidharze, Acryldispersionen oder Polycarboxylate, basieren auf fossilen Rohstoffen oder daraus hergestellten Produkten. Die jeweilige Angebots- und Nachfragesituation der Rohmaterialien sowie die Schwankungen des Ölpreises wirken sich auf die Einkaufspreise aus. Um die Abhängigkeit von Rohöl zu reduzieren, setzt Sika vermehrt auf nachwachsende Rohstoffe wie beispielsweise Zuckerderivate, Bioethanolderivate oder natürliche Öle. Zudem werden, soweit möglich, recycelte Rohstoffe eingesetzt und zahlreiche Produktionswerke arbeiten mit eigenen oder extern betriebenen Recyclingkreisläufen. Die restlichen Rohstoffe sind mineralische Substanzen, wie Kalziumkarbonat, Sand und Zement.

Unter strenger Beachtung der Qualitätsanforderungen bezieht Sika Basis-Chemikalien von zertifizierten Lieferanten mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für strategisch wichtige Rohstoffe mit limitierter Verfügbarkeit oder hohem Einkaufsvolumen berücksichtigt Sika nach Möglichkeit mindestens zwei Lieferanten. Rohstoffe für einzigartige, hochinnovative Technologien versucht der Konzern selbst herzustellen oder in enger Zusammenarbeit mit Innovationslieferanten zu beziehen. Bei allen eingesetzten Materialien werden die jeweils gültigen gesetzlichen Registrierungsbestimmungen, beispielsweise REACH oder TSCA, überwacht. Die Einhaltung wird durch ein Netzwerk globaler und lokaler Spezialisten sowie externer Berater sichergestellt.

In der Beschaffung arbeiten Beschaffungsspezialisten und Technikexperten von Sika eng mit den technischen Abteilungen der Lieferanten zusammen, um die Rohmaterialströme vollständig zu verstehen und um Kosten, Qualität, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit laufend zu optimieren. Potenzielle Lieferanten werden von Sika eingehend geprüft. Eine Voraussetzung zur Zusammenarbeit ist die Unterzeichnung des Lieferantenkodex, der alle Nachhaltigkeitsprinzipien abdeckt.

Die Lieferanten werden regelmässig in einem umfassenden Risikomanagementverfahren evaluiert, um die lückenlose Verfügbarkeit der Materialien, die Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Qualität und Preis sowie die Compliance sicherzustellen, die zentral für den Geschäftserfolg von Sika sind. Die entsprechenden Ergebnisse fliessen in die Risikobeurteilung ein, genauso wie die Selbsteinschätzungen der Lieferanten und die öffentlich zugänglichen Daten. Wird ein relevantes Risiko festgestellt, führt Sika beim entsprechenden Lieferanten ein Audit durch, um so das Funktionieren des Risikomanagements innerhalb der Zulieferfirma sicherzustellen.

Rohstoffe werden bei Sika methodisch bewertet, um potenzielle Risiken bei Qualität und Verfügbarkeit zu identifizieren und Massnahmen, zum Beispiel Sicherheitslager und/oder langfristige Lieferverträge, zu bestimmen. 2018 wurden signifikante Massnahmen zur Stärkung von Sikas Risikomanagement in die Wege geleitet, mit deutlichen Erweiterungen bei der frühzeitigen Erkennung potenzieller Risiken sowie bei der Stärkung gut strukturierter Strategien zur Risikominderung. Solche Strategien werden aktiv in Zusammenarbeit mit den F&E- und Operations-Abteilungen entwickelt, um optimale Lösungen sicherzustellen. Im Jahr 2018 gab es einige Vorfälle, die alle mit der konsequenten Umsetzung der oben genannten Prozesse und Massnahmen gesteuert wurden, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen auf Sika und ihre Kunden minimiert und jegliche Störungen vermieden wurden.