Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrte Mitglieder des Verwaltungsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre   


An der Generalversammlung vom 24. Juli letzten Jahres habe ich im Namen der Ethos Stiftung interveniert, um den Verwaltungsrat und die Familie Burkard zu ermutigen miteinander ins Gespräch kommen, um eine Lösung für den aktuellen Konflikt zu finden.

Ethos hat übrigens volles Verständnis dafür, dass die Familie Burkard ihre Sika-Aktien zu guten Bedingungen verkaufen kann, aber wir sind gegen einen Verkauf an den Konkurrenten Saint Gobain.  Wir wissen, dass der Verwaltungsrat der Familie Burkard den interessanten Vorschlag gemacht hat, ihre Aktien mit einer wesentlichen Prämie abzukaufen.

Sika besitzt grosse finanzielle Mittel, und viele Aktionäre wären bereit bei einer Kapitalerhöhung zu diesem Zweck mitzumachen. Solch eine Einigung würde es erlauben, eine „Win-Win“ Lösung zu schaffen, in der alle Anspruchsgruppen von Sika (Gründerfamilie, Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden und die Zivilgesellschaft) Gewinner wären.   Leider hat sich die Familie Burkard bis heute geweigert auf die Vorschläge des Verwaltungsrats einzugehen, indem sie das Abkommen, welches sie an Saint Gobain bindet, als Begründung vorschiebt. Allerdings haben alle Verträge Austrittsklauseln.   

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre:  So lange die Familie Burkard das konstruktive Gespräch mit dem Verwaltungsrat verweigert, wird Ethos ihre Meinung nicht ändern. Die unabhängigen Mitglieder des Verwaltungsrats geniessen weiterhin unser volles Vertrauen. So empfiehlt Ethos, heute für die Wiederwahl der sechs unabhängigen Mitglieder zu stimmen. Andererseits empfehlen wir zur Wiederwahl der drei mit der Familie verbundenen Mitglieder, sowie zur Wahl ihres neuen Kandidaten, Prof. Jacques Bischoff „nein“ zu stimmen.   

Zudem bitten wir Sie bis zum Ende dieser Generalversammlung zu bleiben, auch wenn sie lange dauern sollte, um über Punkt 6 auf der Tagesordnung abzustimmen. Angesichts der Rekurs Agenda an den Gerichten ist es notwendig für den Antrag der Angelsächsischen Aktionäre zu stimmen, welcher eine Verlängerung des Mandats der drei unabhängigen Experten bis 2020 verlangt. Diese wurden an der Generalversammlung vom letzten Jahr ernannt. Die Verlängerung ist notwendig, um zu kontrollieren, dass die Entscheidungen der Führungsgremien im langfristigen Interesse von Sika gefällt werden.   

Sehr geehrter Herr Burkard:  Nach einem Jahr Blockade, ist die Zeit gekommen, Ihre wahre Verbundenheit mit Sika zu demonstrieren: 

  • Akzeptieren Sie es, sich an den Verhandlungstisch zu setzen!
  • Uns können Sie nicht mit Werbetafeln an den Bahnhöfen überzeugen!  
  • Zeigen Sie ein wenig guten Willen und denken Sie an die Tausenden von Angestellten, welche auf Ihre Vernunft zählen und die mit Ungeduld auf ein Zeichen des Wohlwollens von Ihnen warten.   


Ich bin überzeugt, dass eine Lösung existiert, die es Ihrer Familie erlaubt, einen grosszügigen Preis zu erhalten und gleichzeitig mit erhobenem Haupt, aus dem von ihren Vorfahren gegründetem Unternehmen auszutreten. 

Herr Burkard, die Lösung liegt in Ihren Händen!  Kommen Sie ans Treffen mit denen, welche eine Lösung ausserhalb der Gerichte wünschen!  Akzeptieren Sie den Dialog: Sie haben eine grosse soziale Verantwortung, und wir verlangen von Ihnen, diese ehrlich wahrzunehmen, im Namen Ihres Vaters und ihres Gross- und Urgrossvaters.   

Ich danke Ihnen für ihre Aufmerksamkeit!