Sehr geehrte Damen und Herren des Verwaltungsrates, sehr geehrte Aktionäre, liebe Kolleginnen und Kollegen.

Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich an dieser Stelle, zum zweiten Mal, nach der letzten ausserordentlichen Generalversammlung im Sommer, die Gelegenheit erhalte, die Grüsse und die Stellungnahme der Abreitnehmervertreter und der Belegschaft der Sika Automotive in Hamburg hier darzulegen.

Gerne wird uns Arbeitnehmervertretern die Fähigkeit abgesprochen uns zu Wirtschaftsangelegenheiten, wie der geplanten Übernahme, kompetent äussern zu können. Gerne wird in den Medien die Meinung vertreten, dass uns, den Arbeitnehmervertretern, die Worte in Mund gelegt worden sind, dass wir durch die Manager beeinflusst worden sind. Nun, kein Arbeitnehmervertreter wird sich anmassen die geplante Übernahme mit all ihren Fasseten und wirtschaftlichen Auswirkungen umfassend beurteilen zu können oder zu wollen. Dieses Feld überlassen wir den Wirtschaftsanalysten. Was wir jedoch besitzen, ist ein gesunder Menschenverstand, die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen, Zukunftsszenarien zu entwickeln und zu bewerten, sodass wir die Auswirkungen für die Belegschaften beurteilen können. Das ist unsere Funktion im Unternehmen, unabhängig davon, ob es sich um grosse oder kleine Entscheidungen des Managements handelt. Diese Beurteilung machen wir, in unseren Gremien, ganz selbstständig.

Wir haben im letzten Jahr die Auswirkung einer möglichen Übernahme im europäischen Betriebsrat der Sika diskutiert und bewertet und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir bedenken hinsichtlich der Sicherheit und der Zukunft der Arbeitsplätze für die Sika Mitarbeiter haben. Wir haben Dieses in einem offenen Brief an Herrn Chalendar dargelegt. Seine Antwort auf diesen Brief konnte unsere Bedenken nicht entkräften. Neue Argumente, die für eine Übernahme sprechen, hat es seit dem nicht gegeben. Wir unterstützen folglich weiterhin das Ziel, die Eigenständigkeit der Sika zu bewahren. Warum sollten wir auch unsere positiven Erfahrungen und Erwartungen gegen eine ungewisse Zukunft tauschen?

Hier komm ich nun an einen Punkt, der sich mir als Arbeitnehmervertreter nicht erschliesst. In Hamburg gehören wir seit 15 Jahren zur Sika. In diesen 15 Jahren haben wir eine Erfolgsstory geschrieben. Wir haben Umsatz und Gewinn, aber auch die Zahl der Arbeitsplätze erhöht. Wir stellen damit im Kleinen dar, was global im ganzen Sika Konzern erlebbar ist. Wir leben gut mit der jetzigen Konzernpolitik. Ich vertraue deshalb in diesen Angelegenheiten unserer Konzernleitung und dem Verwaltungsrat. Was die Herrn Hälg und Jenisch, aber auch Frau Ribar, Herr Tobler und viele Andere in den letzten Jahren aus der Sika gemacht haben, ist bemerkenswert und wir Schulden ihnen dafür Respekt und Anerkennung.

Auch die Familienmitglieder haben jahrelang auf diese Personen als ihre wichtigsten Berater im Unternehmen gesetzt und ihnen vertraut. Was ist passiert, dass das Vertrauen in die bisherigen Berater, in deren Loyalität gegenüber den Aktionären und den Mitarbeitern plötzlich verschwunden ist? Ich verstehe nicht, warum die Verträge ohne Rücksprache mit unserem Management abgeschlossen worden sind, wenn auch seitens der Familie das Fortbestehen der Sika und der Erhalt der Arbeitsplätze wichtige Punkte bei der Umsetzung ihrer Verkaufsabsichten waren. Es fällt mir tatsächlich schwer zu glauben, das ihnen die Belegschaften und ihre Zukunft ein wichtiges Anliegen waren. Heute steht auf unserem T-Shirt ‘...und noch immer Mitarbeiter der Sika‘. Wir hoffen, dass wir bei der nächsten Versammlung ein neues T-Shirt tragen, mit der Aufschrift ‘GANZ SICHER Mitarbeiter der Sika‘.   

Vielen Dank.