Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren   

Kürzlich habe ich ein Buch eines guten Freundes von Romuald Burkhard gelesen. Darin würdigte dieser den verstorbenen SIKA-Patron als Manndes Dialogs. Als einen, der das Gespräch suchte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen den unterschiedlichen Kulturen und gesellschaftlichen Kräften:

(Zitat) „ Da suchte ich einen Unternehmer fürden Dialog mit den Arbeitnehmern. Ich fragte Romuald Burkard an. ......Er sagte mir begeistert zu. Der Dialog entsprach ihm. Es wurde ein Erfolg.“   

Romuald Burkhard formte, zusammen mit dem Management und dem ganzen Team, die SIKA nicht nur zu einem rentablen und innovativen Weltkonzern, er war es auch, der den Geist dieses Unternehmens prägte, den Geist, den die Unternehmung so erfolgreich machte, den SIKA Spirit: Über alle Nationalitäten und Hierarchien hinweg arbeiten qualifizierte und hoch motivierte Menschen auf ein gemeinsames Ziel, den Erfolg der Unternehmung. Diesen Geist gilt es zu pflegen, zubewahren und weiter zu entwickeln. In keinem Fall aber darf dieser durch einen Verkauf des Aktienpakets der Familie Burkard in Gefahr gebracht werden.   

Ich kann den Wunsch der Familie Burkard nach vollziehen, sich von der SIKA zu trennen. Entsprechendes ist zu respektieren. Dabei aber - und das ist meine Verantwortung als Politiker - gilt es auch das Gemeinwohl und die Interessen des Werkplatzes Schweiz zu beachten. Eine weitere Desindustrialisierung in unserem Land ist zu vermeiden. Saint Gobain verspricht eine Win-Win-Situation, Autonomie und eine zweijährige Arbeitsplatzgarantie. Ich habe aber starke Zweifel, dass neben dem neuen Hauptaktionär auch die SIKA und ihre Mitarbeitenden tatsächlich gewinnen werden und die Arbeitsplätze sind. Und meine Damen und Herren, können Sie sich vorstellen, dass die SIKA mit Saint Gobain noch höhere Gewinne einfährt und wenn ja wie? Ich habe bis heute keine nachvollziehbare Antworten auf diese an sich einfachen Fragen erhalten. Und als Nationalrat des Standortkantons Obwalden weiss ich, was wir ander heutigen Führung haben: Nämlich verlässliche und verbindliche Ansprechpartner.   

Ich verstehe, ich habe es gesagt, wenn die Familie die Aktienmehrheit loswerden will. Machen Sie das, sehr geehrter Herr Burkhard, aber springen Sie über ihren Schatten und suchen eine betriebswirtschaftlich glaubwürdigere und für den Industriestandort Schweiz bessere Lösung. Nehmen Sie den Dialog, den Ihr Vater so sehr pflegte, auf und sichern Sie die Eigenständigkeit, den Spirit der erfolgreichen SIKA. Ein solcher Befreiungsschlag würde Ihnen und Ihrer Familie zu einem Ehrenplatz inder schweizerischen Industriegeschichte, aber auch bei den Mitarbeitenden gereichen.